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Die Gebrauchsinformation

Die Gebrauchsinformation ist für jedes Arzneimittel vom Gesetz vorgeschrieben; ebenso die einzelnen Abschnitte, in die er gegliedert ist. Die Gebrauchsinformation soll alle Informationen über ein Arzneimittel beinhalten, die für den Patienten bzw. den Verbraucher wichtig sind, um das Präparat so anwenden zu können, daß es die gewünschte Wirkung entfalten kann und daß die versehentliche falsche Anwendung vermieden wird.
Die Gebrauchsinformation ist ein "Gemeinschaftswerk" des pharmazeutischen Unternehmers und des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), das für die Arzneimittelzulassung verantwortlich ist und auch bei der Gestaltung der Gebrauchsinformation ein gewichtiges Wort mitzureden hat.
Bei den meisten Arzneimitteln ist die Gebrauchsinformation in Form eines Beipackzettels, dem "Waschzettel" beigepackt. Es gibt aber auch Arzneimittel, bei welchem die Gebrauchsinformation auf der Faltschachtel aufgedruckt ist.
Die Bezeichnung des Arzneimittels
Der Name für ein Arzneimittel kann frei gewählt werden - vorausgesetzt,
er erweckt beim Verbraucher nicht falsche Vorstellungen und die Bezeichnung
ist nicht mit derjenigen anderer Arzneimittel zu verwechseln.
Manche
Arzneimittelbezeichnungen enthalten zusätzliche Angaben:
- "-mite" oder "-forte":
Diese Zusätze besagen, daß die so gekennzeichneten
Arzneimittel zu einer "Serie" wirkstoffgleicher aber in unterschiedlichen
Wirkstärken vorhandenen Präparaten gehören. Neben einem Basispräparat
mit der Bezeichnung xy gibt es zusätzlich ein Arzneimittel mit weniger,
in der Regel dem halben Wirkstoffgehalt als "xy-mite" bezeichnet und
ein Präparat mit einem höheren, meist doppelten Wirkstoffgehalt als
"xy-forte". Die Angabe des Wirkstoffgehalts und der Darreichungsform
im Zusammenhang mit der Arzneimittelbezeichnung, also z. B. "xy 400
mg Tabletten" ist ebenfalls gebräuchlich.
- "N" oder "neu":
Diese
Bezeichnungszusätze weisen darauf hin, daß das Arzneimittel in seiner
früheren Zusammensetzung geringfügig geändert wurde, was allerdings
ohne Auswirkungen auf die Anwendungsgebiete bleibt.
- "Comp":
Hier handelt es sich um ein Präparat, welches mehrere arzneilich wirksame
Bestandteile enthält.
- "Retard", "Depot":
Bei so gekennzeichneten
Medikamenten wird der Wirkstoff über Stunden nach und nach abgegeben
und ins Blut aufgenommen. Damit erreicht man gleichbleibende Wirkstoffspiegel
im Blut und in den Organen oder Gewebeabschnitten, in denen das Arzneimittel
wirken soll.
Zusammensetzung des Arzneimittels
Ein
Arzneimittel besteht aus den arzneilich wirksamen Bestandteilen
und weiteren Inhaltsstoffen, die sozusagen die "Verpackung der Wirkstoffe"
darstellen. Da manche Personen allergisch auf einige dieser Bestandteile
reagieren, z. B. auf Konservierungsstoffe, müssen alle Inhaltsstoffe
angegeben werden, für welche Unverträglichkeiten jemals bekanntgeworden
sind.
Packungsgrößen
Arzneimittel werden in
der Regel in drei Packungsgrößen angeboten. Sie sind auf die zur
Behandlung notwendige Menge abgestimmt. Die kleinste Packungsgröße
ist auf der Faltschachtel mit N1 gekennzeichnet; sie enthält diejenige
Menge eines Arzneimittels, die für eine Kurzzeitbehandlung ausreicht.
Sie wird auch dann vom Arzt verschrieben, wenn zu Beginn einer Behandlung
erst das am besten geeignete Arzneimittel gefunden werden muß. Die
mittlere Packungsgröße N2 reicht in der Regel aus, um eine akute
Erkrankung zum Abklingen zu bringen. Falls ein Arzneimittel über
längere Zeit oder immer eingenommen werden muß, gibt es dieses auch
in größeren Packungen (N3), damit der Patient in der Zeitspanne
zwischen seinen routinemäßigen Arztbesuchen ausreichend versorgt
ist.
Anwendungsgebiete
Dieser Abschnitt beschreibt
diejenigen Einsatzgebiete, bei denen sich das Arzneimittel als wirksam
erwiesen hat und die bei der Zulassung des Arzneimittels behördlicherseits
geprüft worden sind.
Gelegentlich finden sich ergänzende Hinweise
an dieser Stelle der Gebrauchsinformation, die an die Adresse des
Anwenders gerichtet sind etwa:
- Bei Schlafmitteln der Hinweis,
daß nicht alle Schlafstörungen eine medikamentöse Behandlung erforderlich
machen.
- Bei Präparaten, die bei leichteren Störungen im Rahmen
der Selbstmedikation angewendet werden der Hinweis, daß ein Arzt
aufgesucht werden soll, wenn beispielsweise nach einigen Tagen noch
keine Besserung eingetreten ist.
Gegenanzeigen
Bevor ein Medikament angewendet
wird, gilt es zu prüfen, ob nicht andere Erkrankungen, Störungen
oder bestimmte Lebensumstände entgegenstehen. In diesem Abschnitt
wird auch Auskunft darüber gegeben, ob das Arzneimittel von Schwangeren
und Stillenden genommen werden darf. Falls das Präparat für Kinder
nicht geeignet ist, geht dies ebenfalls aus einem entsprechenden
Hinweis im Abschnitt "Gegenanzeigen" hervor.
Wechselwirkungen
Die Wirkung und Verträglichkeit
von Arzneimitteln können durch gleichzeitige Anwendung anderer Mittel
beeinflußt werden. Die Wirkung der Arzneimittel kann verstärkt oder
abgeschwächt werden oder manchmal führt die gegenseitige Wirkungsbeeinflussung
auch zu unerwünschten Begleiterscheinungen. Falls dies durch bestimmte
Lebensmittel zu einer Beeinflussung der Arzneimittelwirkung kommt,
ist dies ebenfalls in diesem Abschnitt der Gebrauchsinformation
vermerkt. Ein Beispiel dafür ist der Hinweis in den Gebrauchsinformationen
von Antibiotika, daß sie nicht gleichzeitig mit Milch eingenommen
werden sollen.
Nebenwirkungen
Arzneimittel können neben
den erwünschten Therapiewirkungen auch unerwünschte Wirkungen, sogenannte
Nebenwirkungen, haben. Die Gebrauchsinformation gibt Auskunft über
diejenigen Begleiterscheinungen, die von dem Arzneimittel bzw. von
anderen mit gleichem Wirkstoff bekanntgeworden sind. Glücklicherweise
sind die meisten der Nebenwirkungen, über die "häufig" geklagt wird,
zwar lästig, aber ungefährlich. Der Anwender kann das Nebenwirkungsrisiko
an der angegebenen Häufigkeit ihres Auftretens abschätzen: "Häufig"
bedeutet, daß bei mehr als 10 % der Anwender die Nebenwirkung auftritt,
"gelegentlich" auftretende Nebenwirkungen betreffen 1 bis 10 % der
Anwender, "seltene" Nebenwirkungen etwa 1 % der Patienten. Schließlich
gibt es Nebenwirkungen, die lediglich in Einzelfällen beobachtet
wurden.
Grundsätzlich gilt, daß der Arzt oder Apotheker benachrichtigt
werden soll, wenn Nebenwirkungen auftreten, die nicht in der Gebrauchsinformation
aufgeführt sind.
Dosierungsanleitung, Art und Dauer der Anwendung
Ein Arzneimittel kann nur dann optimal wirken, wenn es in der richtigen
Menge, zum richtigen Zeitpunkt bzw. in den richtigen Zeitabständen
und in der richtigen Art und Weise angewendet wird. Die Dosierungsanleitung
gibt Auskunft darüber, wie hoch die Einzeldosis und die Tagesdosis
sein soll, um das therapeutische Ziel zu erreichen. Die Höhe der
Dosis kann abhängig sein vom jeweiligen Krankheitsbild, vom Alter
des Patienten oder von sonstigen Lebensumständen. Falls das Arzneimittel
auch für Kinder geeignet ist, gibt die Dosierungsanleitung Auskunft
über die jeweils richtige Dosis, abhängig vom Alter oder vom Körpergewicht
des Kindes.
Die Dosierungsanleitung ist genau einzuhalten, es sei
denn, der Arzt hat ausdrücklich etwas anderes angeordnet. Auch die
Art der Einnahme sollte genau befolgt werden, denn die Wirkung eines
Präparates kann entscheidend davon abhängen. So kann beispielsweise
ein Arzneimittel, das nüchtern eingenommen werden soll, möglicherweise
nicht zur Wirkung kommen, wenn es stattdessen nach einer Mahlzeit
eingenommen wird. Um einen möglichst gleichmäßigen Wirkstoffspiegel
im Blut oder Gewebe aufrechtzuerhalten, kann es erforderlich sein,
das Arzneimittel mehrmals täglich in festgelegten Zeitintervallen
einzunehmen. Wird dies nicht eingehalten, kann selbst ein an sich
hochwirksames Arzneimittel seine Wirkung nicht entfalten.
Es ist
ein Irrtum zu glauben, daß mit einer Dosiserhöhung auch eine stärkere
Wirkung des Arzneimittels erreicht werden könnte. Die empfohlene
Dosis hat sich in klinischen Studien, die eine der Voraussetzungen
für die Zulassung des Arzneimittels waren, als optimal erwiesen,
d. h. sie läßt das Wirkungsmaximum oder das Wirkungsoptimum erwarten,
bei welchem die therapeutische Wirkung und die möglicherweise auftretenden
unerwünschten Begleiterscheinungen im bestmöglichen Verhältnis stehen.
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