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Phytopharmaka

Arzneimittel aus Pflanzen, das bedeutet der Begriff Phytopharmaka. Das einfachste und vermutlich auch das älteste Arzneimittel ist der Tee. Hierzu werden Pflanzenteile aufgekocht oder mit kochendem Wasser übergossen. Beispiele sind Pfefferminztee, Kamillentee oder auch Fencheltee.

Eine Pflanze enthält eine Unmenge an Stoffen: Zucker, Stärke, Blattfarbstoffe, zum Teil ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe und vieles andere mehr. Nicht alle diese Stoffe sind wasserlöslich. Deshalb kann ein einfacher Tee-Aufguss auch nicht immer alle wirksamen Bestandteile einer Pflanze herausziehen.
Dies ermöglicht aber eine andere Vorgehensweise: Man mischt die Pflanzenteile mit Wasser und Alkohol. Dabei lösen sich auch die nicht wasserlöslichen Bestandteile. Auf diese Weise erhält man Extrakte und Tinkturen. Je nach Bedarf kann man nun den Extrakt oder die Tinktur so einsetzen, oder man kann sie weiterverarbeiten. Als Tinktur ist zum Beispiel die Baldriantinktur bis heute ein bewährtes Arzneimittel und Hamameliswasser ist ein verdünnter Extrakt, das zum Beispiel in der Kosmetik eingesetzt wird.
Extrakte und Tinkturen lassen sich natürlich auch weiterverarbeiten. So kann man durch vorsichtiges Verdampfen des Alkohols und des Wassers eine zähflüssige Masse oder ein Pulver mit den Wirkstoffen des Pflanze erhalten. So etwas läßt sich dann zu Säften, Tabletten, Dragees oder Kapseln verarbeiten. Viele Hustensäfte enthalten beispielsweise Thymianextrakt, die Wirkstoffe der Rosskastanie werden auf diese Weise zu einer Kapsel und in Salben verarbeitet, und wer den Geschmack von Baldriantinktur nicht mag, findet Dragees zur Beruhigung.
Einige Pflanzen enthalten Wirkstoffe, die sich besonders gut in Öl lösen; deshalb werden diese mit Öl bearbeitet. Sehr oft werden diese Auszüge dann als Kapsel angeboten, wie zum Beispiel Erkältungskapseln mit ätherischen Ölen.
Pflanzliche Arzneimittel sind häufig gut verträglich, aber auch nicht immer nebenwirkungsfrei. So kann bei empfindlichen Personen bei der Einnahme von Johanniskraut es leicht zu einem Sonnenbrand kommen; bei Allergikern können Arnika, Kamille oder Ringelblume Hautausschläge verursachen; ätherische Öle wie Eukalyptus oder Minze sind scharf und können Haut und Schleimhaut reizen. Enthalten ätherische Öle Menthol, so dürfen sie Kindern unter zwei Jahren nicht gegeben werden. Bei Säuglingen und Kleinkindern kann die Zunge anschwellen und es zu Erstickungsanfällen kommen.
Deshalb sollten Sie sich auch zu Pflanzlichen Arzneimitteln unbedingt beraten lassen und diese nicht unkritisch anwenden. Oft sind sie eine sanftere Alternative, aber nicht immer. Bei einigen Krankheiten sind die pflanzlichen Wirkstoffe auch nicht optimal, um die Beschwerden zu lindern oder zu heilen. Hier sollten Sie Ihrem Arzt und Ihrem Apotheker vertrauen.
Zahlreiche chemische Arzneistoffe haben übrigens pflanzliche Vorbilder. Durch kleine Veränderungen im Labor lässt sich zum Beispiel die Stärke des Wirkstoffes verbessern. Ein Beispiel dafür ist Acetylsalicylsäure. In der Natur kommt die Salicylsäure in der Rinde von Weiden vor. Sie ist aber nicht besonders stark und wird vom Körper sehr schnell abgebaut. Im Labor wird mittels einer einfachen chemischen Reaktion aus der Salicylsäure die Acetylsalicylsäure, sie wird also mit einem Essigsäurerest verbunden. Das Ergebnis: ein stabiles hochwirksames Fieber- und Schmerzmittel.
Viele moderne Arzneistoffe wurden und werden auf diese Weise entwickelt: Man schaut nach einem passenden Vorbild in der Natur und versucht es durch kleine Veränderungen zu verbessern. Das bedeutet häufig, dass geringere Mengen an Arzneistoffen eingenommen werden müssen, um bereits zu helfen. Und je weniger Arzneistoff eingenommen werden muss, um so geringer ist das Risiko, dass Nebenwirkungen auftreten können.
Deshalb: Nur Natur ist gut und Chemie ist schlecht - das ist falsch! Chemie und Natur müssen und sollen sich sinnvoll ergänzen. Lassen Sie sich also in Ihrer Apotheke beraten! Hier erfahren Sie, welche pflanzlichen und welche chemischen Arzneimittel für welche Krankheit geeignet sind.